begeistern mit Vielfalt und Fachwissen
Ennigerloh/Neubeckum (elk). Volle Sitzreihen und gespannte Gesichter von Eltern, Geschwistern, Verwandten, Freunden, Mitschülerinnen und Mitschülern sowie Lehrkräften prägten in der vergangenen Woche die Expertentagung der Rosa-Parks-Gesamtschule an den Standorten Ennigerloh und Neubeckum. Aufgrund der großen Zahl an Teilnehmenden und der Vielzahl hochwertiger Beiträge wurde die Veranstaltung – wie bereits im vergangenen Jahre – an beiden Standorten getrennt durchgeführt. „Wir haben inzwischen so viel Zulauf und so tolle Beiträge, dass wir diese nur in getrennten Tagungen ausreichend würdigen können“, erklärt Projektleiterin Elke Schalkamp. Ein halbes Jahr lang arbeiten die Schülerinnen und Schüler jeweils zwei Stunden pro Woche an ihren Projekten. Sie recherchieren, sammeln und bewerten Informationen, verfassen eine Facharbeit und bereiten abschließend einen Expertenvortrag vor. Am Standort Neubeckum nahmen unter der Leitung von Sebastian Scheipers 12 Schülerinnen und Schüler teil. In Ennigerloh arbeiteten 40 Jugendliche unter der Leitung von Elke Schalkamp, Therese Husemann und Annika Kleinfeld an ihren Projekten. Die Themenvielfalt beeindruckte erneut. „Ich begleite das Projekt inzwischen seit fast 15 Jahren und bin jedes Mal aufs Neue überrascht, welche Themen gewählt werden. Auch ich lerne jedes Jahr dazu“, berichtet Elke Schalkamp. Das Angebot richtet sich an die Jahrgänge 5 bis 8 und ist ein fester Bestandteil des Forderprogramms der Rosa-Parks Gesamtschule. In Ennigerloh nahm erstmals auch der Jahrgang 9 teil. Für diese Schülerinnen und Schüler bestand die besondere Herausforderung darin, ihre Facharbeit konsequent an einer selbst formulierten Leitfrage auszurichten. „Die Leitfrage während der gesamten Arbeit im Blick zu behalten, war gar nicht so einfach“, lautete das einhellige Fazit der Teilnehmenden. Neben den fachlichen Inhalten erwerben die Schülerinnen und Schüler wichtige Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien. Dazu gehören der Einsatz von Textverarbeitungsprogrammen, gezielte Internetrecherche sowie der verantwortungsvolle Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Ebenso sind Durchhaltevermögen und Mut gefragt, denn die Ergebnisse werden vor großem Publikum präsentiert.
Ein besonderes Highlight war in diesem Jahr die Präsentation eines selbst produzierten Films. Jana Hüttebräucker und Stine Wonnemann beschäftigten sich mit dem Widerstand im Zweiten Weltkrieg am Beispiel von Oskar Schindler und der Weißen Rose. Für ihre Arbeit produzierten sie den Film „Zeitzeugen im Gespräch“, der das Publikum nachhaltig beeindruckte. Den Bogen zur Gegenwart spannte Carla Samson mit ihrer Facharbeit „Was macht die KI mit unserem IQ?“. Sie erläuterte, dass bei der Filmproduktion zwar Künstliche Intelligenz unterstützend eingesetzt wurde, Idee, Recherche und Umsetzung jedoch vollständig in den Händen der Schülerinnen lagen. Eigenständig führten die Jugendlichen durch das abwechslungsreiche Tagungsprogramm und präsentierten ihre Arbeiten anschließend in den Tagungsräumen. „Ich fand es toll, dass so viele Besucher gekommen sind“, freute sich Alizée Heldt, die sich in ihrer Arbeit mit der Leitfrage „Ist die Monarchie noch zeitgemäß?“ auseinandergesetzt hatte. Besondere Aufmerksamkeit zog auch Jonas Lütke-Dörhoff auf sich. Er brachte seine selbst restaurierte Simson, ein Moped aus DDR-Zeiten, mit und veranschaulichte daran eindrucksvoll sein Projektthema.
Die Expertentagung zeigte erneut, mit wie viel Engagement, Kreativität und Fachwissen sich die Schülerinnen und Schüler ihren selbst gewählten Themen widmen. Gleichzeitig bot sie ihnen die Möglichkeit, ihre Ergebnisse einem interessierten Publikum zu präsentieren und wichtige Kompetenzen für ihre weitere schulische und persönliche Entwicklung zu erwerben.











